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Vitra

 

Die Firma Vitra, die sich aus dem 1934 von Willi Fehlbaum gegründeten Ladenbauunternehmen Graeter entwickelte, wurde 1950 in Weil am Rhein gegründet und stellte in den ersten Jahren vorwiegend Stühle her. 1957/58 wurde die Lizenzproduktion der Herman Miller Collection mit Möbeln von Charles und Ray Eames sowie George Nelson aufgenommen. (Modelle der Designer werden heute in einer eigenen Kollektion reediert, darunter die «Segmented»- und «ContractTables» (1964) von Ray und Charles Eames, der «Fiberglass Chair», die «Plywood Group», der «Lounge Chair», die «Soft Pad Group», die «Aluminium Group» und das Sitzsystem «Tandem Seating». In der Nelson Kollektion wurden das «Marshmallow»-Sofa (1956), der «Coconut»-Stuhl (1956) und diverse Tische von George Nelson angeboten.

Ab 1967 produzierte Vitra serienmäßig den ersten Vollkunststoffstuhl, den vom dänischen Designer Verner Panton entwickelten «Panton Chair». 1976 präsentierte Vitra die erste eigene Bürostuhlentwicklung: Der von Wolfgang Müller-Deisig entworfene Stuhl «Vitramat» gilt als einer der ersten deutschen ergonomischen Bürostühle (derzeit als «Vitramat 100» und in den Varianten «200» bis «500» im Programm).

In den 70er-und 80er-Jahren forcierte Rolf Fehlbaum, der Sohn des Gründers, die Zusammenarbeit Vitras mit Avantgardedesignern und internationalen Architekten, darunter Emilio Ambasz, Ron Arad, Mario Bellini (der heute eine eigene Möbelkollektion bei Vitra hat), Antonio Citterio, Ginbande Design, Frank O. Gehry oder Dieter Thiel. 1982 wurde das «Dorsal»-Programm eingeführt, ein universelles System von Objekt- und Arbeitsstühlen, das speziell für die Arbeitswelt entworfen wurde. 1986 übernahm Vitra alle Rechte an den Eames- und Nelson-Modellen für Europa und den Nahen Osten. 1987 gründete die Firma die «Vitra Edition», die bewusst für die Kleinserienfertigung konzipiert war und Freiraum für Experimente mit neuen Materialien und Technologien ließ. 1989 eröffnete Vitra das von Frank O. Gehry entworfene «Vitra Design Museum», das seitdem Worshops und Ausstellungen in Zusammenarbeit mit internationalen Museen und Institutionen durchführt. Es ist heute eine weltweit agierende Kulturinstitution, die maßgeblich zur Erforschung und Popularisierung von Design beigetragen hat. Das Museum untersucht und vermittelt Design in seinen unterschiedlichsten Ausprägungen und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Möbel- und Interiordesign. Auf dem Vitra-Firmengelände realisierte Tadao Ando 1993 einen Konferenzpavillon, Zaha Hadid das Vitra-Feuerwehrhaus und Alvaro Siza eine neue Fabrikhalle.

Erfolgreiche Vitra-Kollektionen der 90er-Jahre waren «Vitra Office» mit Arbeiten u.a. von Emilio Ambasz/Giancarlo Piretti («Dorsal»-Programm), Mario Bellini (Bürostuhlfamilie «Persona», «Figura», «Imago» und Büromöbelprogramm «Metropol») und Antonio Citterio (Wartezonensystem «Area»; zusammen mit Glen Oliver Loew). Großen Erfolg hatten auch Einzelkollektionen wie die «Bellini Collection» (u.a. Freischwinger «Onda» und Stahlrohrstuhl «Summa»), «Citterio Collection» (stufenlos verstellbare Bürostühle «AC 1/2», Freischwinger «AC 3»), «Gehry Collection» (Wellkarton-Möbel «Side Chair», «Wiggle Side Chair», «Dining Table», «Low Table Set» - alle 1972/1992), «Morrison Collection» («Sofa», 1992; «Benches», 1992), «Sipek Collection» («Sipek Office», 1992 - eine Arbeitstischkonfiguration aus unterschiedlichen Ebenen in Muschel- und Flügelform; Sideboard/Stehpult mit Rollladen, 1992; Stuhl «Sedlak», 1992) und die «Starck Collection» (Stuhl «Louis 20», 1992, Rücken, Sitz und Vorderbeine aus Kunststoff, Hinterbeine aus Aluminium - eines der meistverkauften Designermöbel des 20. Jahrhunderts). Roy Fleetwood schuf für Vitra sein dreisitziges Sofa «Wing» - auf einem freitragenden Stahldrahtträgergestell (matt verchromt) mit zwei beweglichen Glasablagen.

Vitra produzierte darüber hinaus Möbel von Ron Arad («Well-Tempered-Chair», 1986/87; aus gefaltetem und zusammengeschraubtem Stahlblech; «School Chair», 1987/88; aus Aluminiumbändern; «Schizzo», 1989; aus geformten Multiplexprofilteilen, verbunden durch Stahlrohre), Richard Artschwager (Zwei-Personenstuhl «Chair/Chair», 1986/87), Coop Himmelb(l)au («Vodöl», 1989), Paolo Deganello («Documenta Chair», 1987), Frank O. Gehry (Wellkartonsessel «Little Beaver», 1987), Ginbande Design («Tabula Rasa»; durch Scherenmechanik verbundene Sitzbank und Tischkonstruktion), Shiro Kuramata (Sessel «How high the moon»; aus verchromtem, verformtem Streckmetallnetz, 1986/87), Alessandro Mendini (Sessel und Sofa «Maracuta», 1988), Jasper Morrison («Ply Chair», 1987; «Ply Table», 1990), Gaetano Pesce («Green Street Chair», 1984/86; mit fiberglasarmiertem Sitz-/Rückenteil und acht höhenverstellbaren Metallstangen mit Kunststofffüßen), Borek Sipek (Stuhl «Ota Otanek», 1988; mit Rückenteil aus gehämmertem Kupferblech; Skulptur «Wardrobe», 1989/91; «Papierkorb» aus Stahlblech, 1989), Ettore Sottsass (Stuhl «Teodora», 1986/87; mit weißgrau beschichtetem Kunststofflaminat und ergonomisch geformtem Plexiglasrücken) und Philippe Starck (Hocker «W. W. Stool», 1992; aus Aluminiumsandguss, mit drei schlanken, organisch geschwungenen Beinen, die sich nach oben hin zu einer Sitzfläche mit Armstütze verbinden).

Zu den Designern, die im neuen Millennium Akzente setzten, gehören Werner Aisslinger (Möbelsystem «Level 34 », 2004 und 2005), Ron Arad («Tom Vac Translucent», «Bad Tempered Chair», beide 2002), Sebastian Bergne (Tischsystem «IXIX», 2000), Ronan und Erwan Bouroullec (Büromöbelsystem «Joyn», 2002; «Late Sofa» und «Metal Side Table», beide 2005), Frank O. Gehry («Cardboard Furniture», 2005), Alberto Meda (Stühle «MedaPal» und «MedaShell», 2004), Jakob Gebert (Stuhl «Taino», 2000), Jasper Morrison (Büromöbelsystem «ATM» [Advanced Table Module], 2002; «Cork Bowl» und Sofa «Loose Cover», beide 2005), Philippe Starck (Drehstuhl «Hula Hoop», 2000) und vor allem Maarten Van Severen (Drehstühle «.03», «.04» sowie «MVS Chaise», 2000; «Wood Table», «Kast, «A-Table, «Box Table», alle 2005). © Königsdorfer Medienhaus, Frechen

 

www.vitra.com

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