| Montblanc Die Firma wurde 1906 in Berlin als « Simplizissimus-Füllhalter» von August Eberstein gegründet mit dem Ziel, hochwertige Füllhalter für den internationalen Markt zu produzieren. 1908 wurde das Unternehmen in die «Simplo Filler Pen Company» umbenannt und 1909 nach Hamburg verlagert. Teilhaber waren damals neben Eberstein der Schreibwarenhändler Claus Johann Voß und der Bankier Alfred Nehemias. Bis 1919 traten auch Christian Lausen und Wilhelm Dziambor in das Unternehmen ein. 1909 wurde der Füllhalter «Rouge et noir» eingeführt (ein Sicherheitsfüllhalter aus Hartgummi mit rotem Kappenkopf), 1910 folgte der legendäre Füllhalter «Montblanc», dessen ursprünglich weißer, runder Kappenkopf ab 1913 in einen Stern (der den schneebedeckten Gipfel des Mont-Blanc-Massivs symbolisiert) umgewandelt und seitdem zum Markenzeichen der Firma wurde. 1924 präsentierte Montblanc den Füllhalter «Meisterstück» (aus schwarzem Edelharz mit goldplatinierten Beschlägen), der aufgrund seines klassischen Designs und seiner Präzisionstechnik noch heute produziert wird (inzwischen in verschiedenen Größen, Farben und Materialien). Löst man den Schraubverschluss, zeigt sich die legendäre Goldfeder mit der eingravierten Zahl «4810» (= die zu jener Zeit gemessene Höhe des Mont Blanc). 1985 wurde der Füllhalter mit dem Prix Guttemberg ausgezeichnet, außerdem befindet er sich in der ständigen Sammlung des New Yorker Museum of Modern Art. In den 20er-und 30er-Jahren meldete Montblanc zahlreiche Patente an, darunter 1935 die Teleskopmechanik für den Füllhaltersaugkolben, der eine wesentlich größere Tintenaufnahme ermöglichte, oder den ersten zuverlässig funktionierenden Druckbleistift («Pix»), der auf Knopfdruck automatisch die Mine vorschob. 1952 stellte Montblanc den ersten Tintenkugelschreiber vor, 1960 wechselte die Firma in ihrer Technik von Zelluloid auf thermoplastische Materialien und führte das Spritzgussverfahren ein. 1968 folgte die «Classic»-Linie, 1970 die jugendliche «Carrera»-Produktfamilie und 1973 die Kollektion «Noblesse», eine Ganzmetallproduktlinie, die durch ihr schlankes, zylindrisches Design einen neuen Trend auf dem Markt der Schreibgeräte initiierte. In den 80er-Jahren führte Montblanc mit der «S»-Linie (1981) eine moderne, funktionale Produktlinie ein und kreierte die Schreibsysteme «Turbo» (1982) und «Leonardo» (1985). 1984 führte die Firma die «Meisterstück»-Accessoires (Füllhalterständer und Tintenglasset) ein. Anfang der 90er-Jahre wurde die Firma Teil des Luxuskonzerns Richemont, unter dessen Dach auch Marken wie Cartier und Dunhill ihren Platz haben. Inzwischen vertreibt Montblanc neben Schreibgeräten auch Lederaccessoires (seit 1995), Schmuck (seit 1996), Parfüm (seit 2001) und Uhren («Sport Tantalum Automatic», 2005). Zu den jüngsten Schreibgeräte-Kollektionen gehört die Serie «Bohème» (2000) und «StarWalker» (2003) sowie der «Touchpen» (2004) für den Organizer «Palm V». Zum 100-jährigen Firmenjubiläum 2006 brachte Montblanc drei «Meisterstücke» in limitierter Auflage auf den Markt, bei denen das Montblanc-Massiv aus blauen und weißen Diamenten nachgebildet wurde. © Königsdorfer Medienhaus, Frechen (René Zey) www.montblanc.com | |  | |  | |  | |  | |  | |  | |