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Funktionalismus

 

Eine wichtige Strömung in Architektur und Design, die technische, funktionale Aspekte gegenüber der (ästhetischen) Form betont. Wenngleich sich der Funktionalismus bisweilen auch ästhetischen Positionen annähert, herrscht in der Ablehnung von Ornament, Dekor oder der Betonung emotionaler Dynamik durchgängige Übereinstimmung. Mit dem Funktionalismus verbindet sich der Glaube an technische Machbarkeit, das Vertrauen in die neuesten Erkenntnisse der Wissenschaft, allgemein die Überzeugung, dass mit Verstand und Logik die Probleme des modernen Zeitalters lösbar seien - eine Position, die das frühe 20. Jahrhundert eindrücklich charakterisiert. Daraus leitet sich die ausschließliche Fragestellung nach Zweck- oder Nützlichkeitsaspekten ab.

Die Suche nach der «reinen Form» fand im Zusammenhang mit Architektur bereits bei Kant, Schelling oder Schopenhauer eine philosophische Reflexion. Ende des 19. Jahrhunderts formulierten der amerikanische Architekt Louis Henry Sullivan («form follows function») und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sein Schüler Frank Lloyd Wright funktionalistische Architekturtheorien, die sie in Gestalt sachlicher, dem reinen Zweckgedanken folgender Gebäude verwirklichten. Innerhalb des Deutschen Werkbunds wurden Form und Funktion unterschiedlich bewertet. Hermann Muthesius und Peter Behrens setzten sich für eine Architektur der Sachlichkeit und Funktion ein, unter der Verwendung moderner Materialien wie z.B. Beton, Glas oder Stahl, während Henry van de Velde formalästhetische Gesichtspunkte bevorzugte. In den 20er-Jahren erreichte der Funktionalismus unter Walter Gropius am Bauhaus, unter El Lissitzky im russischen Konstruktivismus oder unter Theo van Doesburg und J. J. P. Oud innerhalb der De Stijl-Gruppierung seinen internationalen Durchbruch. Dabei rückten innerhalb jeder der genannten Strömungen soziale Bauaufgaben (z.B. Arbeitersiedlungen) oder übergreifende städtebauliche Fragen in den Vordergrund.

Nach 1945 kam es bis in die 70er-Jahre hinein zu einer undifferenzierten, pauschalen Verabsolutierung funktionaler Prinzipien, worin sich nicht zuletzt auch einseitige wirtschaftliche Interessen spiegeln. In den 50er-und 60er-Jahren erreichte der Funktionalismus seinen quantitativen Zenit. Mit allgemeinen gesellschaftlichen Wandlungsprozessen der Jahre um 1968 setzte eine breite Funktionalismuskritik ein. In den 80er-Jahren stellten die Postmoderne in der Architektur und eine umgreifende Trendwende im Design - wie sie sich beispielsweise im italienischen Memphis manifestierte - die zur Konvention erstarrten Muster des Funktionalismus grundsätzlich in Frage. Ein Kritikpunkt wendet sich dabei gegen das funktionalistische Postulat, dass die richtige Form gewissermaßen notwendig auch deren Schönheit enthalte. © Königsdorfer Medienhaus, Frechen (René Zey)

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