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Designlexikon
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DESIGNER

Mendini, Alessandro

(*1931 Mailand)

Der Architekt, Designer und Publizist Alessandro Mendini studierte an der Technischen Hochschule in Mailand Architektur. Anschließend arbeitete er mit dem Architekturbüro Nizzoli Associati zusammen. Mendini war Chefredakteur des Architekturmagazins «Casabella» (1970-76) und der Designzeitschrift «Modo» (1977-81) und gab von 1979 bis 1985 das Magazin «Domus» heraus. 1988 gründete er das Magazin «Ollo». 1973 gehörte Mendini zu den Mitbegründern der Gruppe «Global Tools», 1978 rief er mit Alessandro und Adriana Guerriro die Gruppe «Studio Alchimia» ins Leben, die zum Forum seiner Designphilosophie wurde. Mit dem Studio entwickelte er das sog. Banaldesign, indem er Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit Farben und Formen, die dem tschechischen Kubismus und den 50er-Jahren entlehnt waren, zu neuen ironischen Objekten verfremdete.

Als Architekt baute Mendini von 1983 bis 1988 für Alberto Alessi die Casa della Felicità, das Museum für zeitgenössische Kunst in Merone und - mit Philippe Starck, Frank Stella und Michele de Lucchi - das neue Museum in Groningen (1989). In Kooperation mit Yumiko Kabayashi stellte er 1989 auch den Paradise Tower in Hiroshima fertig. Alessandro Mendini war Mitglied des Wissenschaftsrates der Domus-Akademie sowie Ehrenmitglied der Jerusalemer Belazel Academy of Arts and Design. 1983 lehrte Mendini an der Designschule in Wien.

Als Designer erregte Mendini 1978 mit seiner Serie «Metamorphosen» Aufsehen, in der er etablierte Möbelklassiker individuell redesignte. Einen Kunststoffstuhl von Joe Colombo bemalte er mit einem Marmormuster, die Stühle «Hill House» von Charles Rennie Mackintosh und «Superleggera» von Giovanni Ponti erhielten kleine Wimpel. Stühle von Marcel Breuer verzierte er mit bunten wolkenartigen Gebilden aus Pappe. Die Firma Cappellini reedierte 1993 seinen für Studio Alchimia entworfenen Stuhlklassiker «Poltrona Proust».

1983 schuf Mendini für Alessi das postmoderne, auf 99 Exemplare limitierte «Tee- und Kaffeeservice» aus Silber (mit eiförmigen Kannen). 1984 kreierte Mendini viel beachtete Möbel bei Zanotta, wie die Kommoden «Calamobio», «Cetonia» und «Meligete», den Stuhl «Zabro», den Wandtisch «Agrilo», die Hausbar «Cantaride» sowie die Tische «Hispo», «Macarone», «Papilio» und «Sirfo». Für die Firma FSB entwarf Mendini seine am Bauhaus orientierten Türdrücker «Omaggio a Gropius», für Swatch kreierte er die Herrenuhren «Cosmesis» und «Metroscape» (1990) sowie das Modell «Lots of Dots» (1991/92; als Referenz an den Pointillismus). Für Rasch entwickelte er 1992 die Künstlertapeten «Colonna» und «Luna». Weitere Entwürfe schuf Mendini für die Firmen Abet Laminati, Driade, Fiat, Poltrona Frau, Ritzenhoff (Milchglas, 1992), Up & Up (Tische «Liberia» und «Templetto Alto»), Venini (Vase «Berito», 1988), Vitra (Sessel und Sofa «Maracata», 1988) und Zabro. (© Königsdorfer Medienhaus, Frechen

 

www.ateliermendini.it

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